Mittwoch, 28. November 2012

Rezension: Hexenkind (Celia Rees)

Arena
Kartoniert, 272 Seiten
ISBN: 978-3-401-50035-5
5 €

Ein kurzer Einblick

Als Hexe verdächtigt, rettet sich Mary auf ein Auswandererschiff in die Neue Welt. Doch ihr unbezwingbarer Freiheitsdrang und eine seltene spirituelle Begabung wird Mary auch im puritanischen Amerika des 17. Jahrhunderts zum Verhängnis.



Bewertung

„Hexenkind“ erzählt die Geschichte der jungen Mary, die als Enkelin einer überführten Hexe in die neue Welt geschickt wird. Der Klappentext dieses Romans klingt sehr vielversprechend. Nur leider hält der Roman nicht, was er verspricht. Mary ist kein uninteressanter Charakter, aber es fällt leider schwer sich für sie zu erwärmen. Dies liegt nicht daran, dass Mary einem unangenehm erscheint, sondern dass der Roman einfach nicht mitreißend geschrieben ist. Marys Leben ist nicht uninteressant. Die Reise in die neue Welt und Marys immer fortwährende Angst, wieder als Hexe angeprangert zu werden, der Lebensstil der Puritaner, all das bietet Stoff für eine spannende, interessante und lehrreiche Geschichte. Leider schafft es aber Celia Rees nicht, diesen Stoff spannend zu verpacken. Erst als Mary den Indianer Jaybird kennenlernt, kommt etwas Schwung in die Geschichte, aber leider auch nur kurz, da die Autorin es auch hier nicht schafft, die Spannung aufrechtzuerhalten.
Die anderen Charaktere reißen den Leser auch nicht mit. Zwar sind sie alle, wie Mary, irgendwie interessant, aber Rees schafft es nicht sie an den Leser heranzuführen. Einzig der Fanatismus der Puritaner haucht dem Roman etwas Leben ein.
An manchen Stellen wirkt die Geschichte auch arg konstruiert und man bekommt das Gefühl, dass Rees sich ein Vorbild an der Geschichte von „Salem“ genommen hat. Wer also auf Neues hofft, wird hier bitter enttäuscht. Unangenehm ist auch, dass der Roman kein richtiges Ende hat, sondern fast mittendrin aufhört. Zwar erlebt Mary an dieser Stelle einen Bruch in ihrer Geschichte, aber von einem befriedigenden Ende kann keine Rede sein.
Auch die Tatsache, dass dem Leser vorgegaukelt wird, dass es sich um eine wirkliche Geschichte handelt, hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack. Dafür, dass es ein Tagebuch sein soll, ist die Geschichte viel zu genau. Das Vorwort soll vielleicht dem Roman eine gewisse Authentizität geben, zieht aber leider alles nur ins Lächerliche.

Fazit

Insgesamt bietet der Roman eine von vielen Hexengeschichten. Jüngere Leser finden bestimmt ein paar neue Details. Leser, die schon ein Buch über eine Hexe gelesen haben, werde dieses eher ermüdend finden.

1,5 von 5 Punkten


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