Freitag, 30. November 2012

Rezension: Geh nicht mit, Jasper! (Annette Langen)

Arena Verlag
Taschenbuch, 94 Seiten
ISBN: 978-3-401-02788-3
4,95 €

Ein kurzer Einblick

In Waldhausen herrscht große Aufregung. Zwei Mädchen sind am Wandrand auf einen unbekannten Mann getroffen. Nun wird viel darüber diskutiert, dass man nicht mit Fremden mitgehen soll. Doch es werden auch Ängste und Verdächte geschürt. In dieser Situation wird Jasper tatsächlich von einem Fremden angesprochen und muss sich entscheiden…

Bewertung

Aus der Reihe „Was hättest du getan?“ behandelt das Buch „Geh nicht mit Jasper!“, dass man nicht mit Fremden mitgehen sollte. Empfohlen für Kinder ab acht Jahren, können diese hier in einfachem Deutsch nachlesen, wie sie sich gegenüber Fremden verhalten sollten. Erzählt man vier verschiedenen Kindern können sie gut deren Verhalten nachempfinden. Zudem können sie sich beim Lesen nach einer Einführung in die Geschichte entscheiden, wie sich Jasper verhalten soll. Wenn Jasper von einem Fremden aufgefordert wird, schnell in dessen Auto einzusteigen, weil seiner Mutter etwas passiert sei, können sich sie entscheiden, ob sie die Möglichkeit lesen wollen, in der Jasper einsteigt oder die, in der er es nicht tut. Haben sie Jasper erst einmal so handeln lassen, wie sie es getan hätten, können sie, wahrscheinlich von der Neugier über die andere Möglichkeit gepackt, auch entdecken, was bei der anderen Möglichkeit passiert wäre und somit besser für sich herausfinden, was wohl die richtige Entscheidung gewesen wäre.
So werden Kinder mit diesem Buch gut an ein schwieriges Thema herangeführt. Statt dass ihnen Erwachsene vorschreiben, wie sie sich zu verhalten haben, können sie mit Hilfe dieses Buchs Fehler machen, aber auch selbst etwas lernen. Doch das ist nicht alles, was Kinder in diesem Buch lernen können. Sie erfahren zudem, dass man bestimmte Geschehnisse nicht leichtfertig herbeiführen sollte, weil sie große Ängste hervorrufen, und dass man immer gut darüber nachdenken sollte, wie man Situationen einschätzt. Denn die Geschichte zeigt ebenso, dass aus Kleinigkeiten große Ängste und gegenseitige Beschuldigungen entstehen können und dass man mit unüberlegtem Handeln andere in eine schwierige Situation bringen kann. Zudem stellt sie typische Klischees dar, die in solch einer Situation besonders herausstechen, und macht deutlich, wie diese zu unbegründeten Verdächtigungen und schließlich zu Folgen, die eigentlich niemand beabsichtigt hatte, führen können.
Alles im Allem also ein Buch, dass Kinder auf gut nachvollziehbare Weise selbst erleben lässt, sie man sich gegenüber Fremden verhalten sollte, aber auch aufzeigt, welche ungewollten Folgen bei unüberlegtem Handeln schnell eintreten können.

4 von 5 Punkten


Wir danken dem Arena Verlag für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

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