Dienstag, 13. November 2012

Rezension: Der Feuerstein (Rae Carson)

Heyne
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 528 Seiten
ISBN: 978-3-453-26718-3

16,99 €

Ein kurzer Einblick

Alle hundert Jahre wird ein Mensch auserwählt, den göttlichen Feuerstein zu tragen. Prinzessin Elisa von Orovalle ist so eine Steinträgerin. Aber Elisa ist auch dick und außerdem nur die Zweitgeborene. Diejenige, die noch nie etwas Herausragendes vollbracht hat – und die auch nicht glaubt, das jemals tun zu können. Doch dann wird sie an ihrem sechzehnten Geburtstag die geheime Ehefrau eines schönen und mächtigen Königs – eines Königs, dessen Reich im Innern von Intrigen und von außen von grausamen Invasoren bedroht wird und der eine Heldin und keine Versagerin an seiner Seite braucht. Er ist jedoch nicht der Einzige, der Elisa für seine Zwecke einspannen will. Als die Prinzessin von mysteriösen Rebellen entführt wird, nimmt sie ihr Schicksal erstmals selbst in die Hand: Mit all ihrem Mut, ihrer Entschlossenheit und Klugheit schließt sie sich den Aufständischen an und kämpft gegen die feindliche Armee. Denn Elisa weiß, der Feuerstein, der in ihrem Nabel schlummert, könnte ihr unglaubliche Macht verleihen. Falls es ihr gelingt, seine Magie zu entfesseln. Falls sie nicht zu früh stirbt. Denn das ist das Schicksal der meisten Auserwählten …


Bewertung

Der Roman war ein reiner Spontankauf, da ich im Internet gelesen hatte, dass die Hauptprotagonistin Elisa eine dicke Prinzessin ist. Bisher hatte ich im Bereich der Jugendfantasy von vielen Heldinnen mit Problemen gelesen. Die eine hatte eine übernatürliche Gabe, mit der sie erst klar kommen musste, eine andere hat Probleme mit ihrer Verwandtschaft, aber noch nie ist mir eine Heldin mit Figurproblemen untergekommen und ich war gespannt, wie die Autorin dies in ihrem Roman umgesetzt hatte.
Elisa ist die jüngere von zwei Schwestern und dazu noch die Trägerin des Feuersteins. Eine von Gott Auserwählte. Ihre Aufgabe ist es, den König Alejandro de Vega zu heiraten und mit ihm in sein Land zu ziehen, damit ein Bündnis geschlossen werden kann. Für Elisa ist dies keine leichte Aufgabe, da sie sich für ihre Figur schämt und Angst vor ihren neuen Aufgaben hat.
Die Hauptprotagonistin ist sehr sympathisch. Zunächst ist sie ein bisschen ängstlich, aber an ihren Aufgaben wachsend, meistert sie die Gefahren, die vor ihr liegen. Gut hat mir auch gefallen, dass das Setting immer wieder wechselt und die Protagonisten viel unterwegs sind. Die Geschichte geht damit voran und bleibt immer spannend.
Elisas Veränderung über die gesamte Geschichte ist gut dargestellt. Als sie in ihrer Heimat den König Alejandro heiratet, folgt sie ihm in seine Heimat. Sie nimmt nur zwei ihrer Zofen mit. Nach einer anstrengenden Reise und einem Überfall kommt sie in ihrer neuen Heimat an. Dort muss sie feststellen, dass ihr Gemahl sie erst einmal geheim hält. Viele Sachen, die das junge Mädchen erst einmal verarbeiten muss und sich dabei teilweise mit Essen tröstet. Als die Geschichte dann rasant an Fahrt aufnimmt, tritt das Thema mit ihrer Figur in den Hintergrund und es wird nur noch selten darauf eingegangen. Der Autorin ist damit gut der Spagat gelungen zwischen der eigentlichen Geschichte um Elisa und um deren Figurprobleme.
Ihre neue Heimat, Joya´d Arena, ist in der orientalischen Welt angesiedelt: Märkte, Wüsten, ein stürmischer kleiner Wüstenprinz. Der Glaube an Gott wird auch angesprochen, da Gott den Träger des Feuersteins auswählt. Elisa ist daher sehr gläubig und sucht immer wieder ihre Kraft im Gebet. Auch dieses Thema ist gut ausgebaut, aber keineswegs so aufdringlich geschildert, dass es den Leser nerven würde.
Was mir nicht so ganz gefallen hat, waren doch so manch harte Passagen in diesem Jugendbuch. Mancha Charaktere überleben nicht und werden recht aggressiv aus dem Weg geräumt. Für ein Jugendbuch hätte es ruhig etwas milder zugehen können.

Fazit

„Der Feuerstein“ ist für jemanden, der sich auf die Geschichte einlassen kann, fesselnd und spannend. Das Thema „Figur“ und „Gott“ zieht sich schon durch den Roman und wer von vorneweg mit diesen Themen nichts anfangen kann, sollte nicht zu dieser Geschichte greifen. Ansonsten fand ich die Idee gut umgesetzt und habe eine spannende Geschichte gelesen, die auch Tiefgründigkeit zeigt.

 3,5 von 5 Punkten

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