Montag, 26. November 2012

Rezension: Das Land des Vergessens (Cornelia Franz)

rororo rotfuchs 
Gebundene Ausgabe, 288 Seiten 
ISBN: 978-3-499-21477-6 
12,95

Ein kurzer Einblick

Sie wandte den Blick nach vorn und hielt sich, so gut es ging, an der struppigen Mähne ihrer Stute fest, denn Ragna stürmte im wilden Galopp hinter Taifun her. Auch Siris Herz schlug im Galopp, und ihr Atem flatterte. Würden sie das Land im Norden erreichen? Würden sie Jesse wirklich finden? Und welche Gefahren mochten dort auf sie warten? Siri kann ihren Bruder Jesse nicht vergessen. Auch wenn ihre Eltern seit seinem tödlichen Unfall nicht mehr über ihn sprechen wollen. Aber sie hört doch Jesses Stimme! Immer wieder ruft er nach Siri, als brauche er ihre Hilfe. Und so macht sie sich eines Tages zusammen mit Jesses Freund Hunter auf den Weg ins Land des Vergessens. Dorthin, wo der finstere Herrscher des Nichts regiert – und Jesse gefangen hält.


Bewertung

Was passiert mit den Menschen, die sterben? Gehen sie in ein anderes Land, oder verschwinden sie einfach ins Nichts? Dieses Kinder- und Jugendbuch beschäftigt sich auf leichte Art mit diesem Thema. Nachdem Siri´s Bruder nach einem Sturz vom Baum tödlich verunglückt, hat Siri schwer mit ihrem Verlust zu kämpfen. Sie erinnert sich immer wieder gerne an Jesse und deckt nach einem Jahr immernoch den Tisch für ihren Bruder mit. Siri´s Eltern sind ganz anders. Sie sprechen nicht mehr über Jesse und tun so als hätte es ihn nie gegeben. Es hängen keine Bilder von ihm an der Wand und sein Spielzeug wurde auch weggebracht, bis auf ein leuchtend blaues Jedi-Schwert, das Siri seit dem Tag von Jesses Tod mit sich rumträgt. Als ihre Mama auch das Schwert weggeben will, geht Siri zurück zu dem Baumhaus, um es dort zu verstecken, und da beginnt ihre Reise in das Land des Vergessens. 
Cornelia Franz hat einen angenehmen und einfachen Schreibstil. Sie schreibt keine komplizierten Sätze, so dass Kinder schon ab 12 Jahren das Buch lesen können. Mit dem Thema Tod geht sie sehr behutsam um und auch die Kernaussage "Menschen, die gestorben sind, leben in unserer Erinnerung weiter" kommt sehr gut heraus. An manchen Stellen ist das Buch ein bisschen spannend, ein bisschen gruselig, so dass es jugendliche Leser gut in seinen Bann ziehen kann. Ihre Hauptprotagonisten Siri und Hunter sind zwei unterschiedliche Charaktere, die sich erst nicht leiden können, da Hunter der beste Freund von Jesse war und Siri ihm teils die Schuld an seinem Tod gibt. Da die beiden die Reise in das Land des Vergessens antreten, werden sie bald zu guten Freunden und merken, dass jeder auf seine Art um Jesses Tod trauert, und dass es leichter ist diese Trauer zusammen zu tragen. Freundschaft und Verlust spielen eine tragende Rolle in dieser Geschichte.

Fazit

Das Buch richtet sich zwar hauptsächlich an Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene können es gut lesen, und sei es nur darum, dass wir uns wieder an die Menschen erinnern, die wir verloren haben.


3,5 von 5 Punkten








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