Freitag, 16. November 2012

Legimus trifft... Eugen Ruge

Eugen Ruge bei einer Lesung in Kassel.

Er ist momentan einer von Deutschlands populärsten Schriftstellern: Eugen Ruge, Träger des Deutschen Buchpreises 2011. Entsprechend groß war der Andrang, als er sich in der Universität Kassel die Ehre gab. Über 120 Leute wollten Eugen Ruge sehen und hören.
Jeder von ihnen wird wohl mit mir einer Meinung sein, wenn ich sage: der Besuch hat sich auf jeden Fall gelohnt. Eugen Ruge präsentierte sich als sympathischer, bodenständiger Typ, der das Publikum sogar mit entscheiden ließ, was es hören wollte. Da es sich gegen ein gesamtes Kapitel entschied, las er schließlich vom Weihnachtsessen bei Irina und Kurt, dem Besuch Kurts bei dem verlassenen Sascha und von Saschas Aufstieg zu Mexikos bekannter Ruinenstätte Teotihuacán. Sein ruhiger, deutlicher Lesestil ließ einen dabei nochmals richtig in die bekannte Geschichte eintauchen und durch seine Erzählungen zu Hintergründen der vorgelesenen Kapitel erinnerte man sich direkt an schöne Stunden beim Lesen des Romans. Zudem brachte seine Vorleseweise inklusive etwa der Wiedergabe von Passagen mit Berliner Akzent auch einige Lacher im Publikum hervor. So ging der Vorleseteil der Lesung auch viel zu schnell vorbei.Allerdings nahm sich Eugen Ruge danach noch die Zeit für einige Fragen. So wurde er etwa gefragt, ob er die Struktur des Romans, in dem von Kapitel zu Kapitel ständig ein anderes Jahr behandelt wird, selbst so vorgesehen hatte und wie die Verlage darauf reagiert hätten. Hier machte er deutlich, dass dies bereits von vornherein so vorgesehen war und plauderte aus dem Nähkästchen, indem er erzählte, dass nach dem Gewinn des Buchpreises sich die Verlage schon wegen seines Buches gegenseitig überboten hätten. Danach gefragt, wie er sich den Erfolg seines Romans erklärte, antwortete er ehrlich, dass er dies nicht sagen könne.
Und so ging nach eineinhalb Stunden eine Lesung zu einem beeindruckenden Roman zu Ende, den man sich am Ende noch signieren lassen konnte.
Eure Sascha

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